K-Pop und Netflix sei Dank: Asien boomt bei den Sprachreisen

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Insbesondere Japan und Südkorea gehören beim jüngeren Sprachreisen-Publikum zu den beliebtesten Destinationen. Dafür sorgen mitunter Serien, Animes und K-Pop.

Tokio Japan Reisen
Die japanische Kultur übt eine Faszination auf viele Europäer aus. - Unsplash

K-Pop, diverse Serien auf Netflix oder Cos-Play, Anime, Film oder Videospiel verwandelt: Sie alle verhelfen Japan und Südkorea als Sprachreisen-Ziele zu ganz neuen Dimensionen.

«Südkoreanisch und Japanisch sind insbesondere beim jüngeren Publikum zu angesagten Fremdsprachen geworden», weiss Claudio Cesarano. Cesarano ist CEO der Media Touristik AG, zu der Marken wie Linguista Sprachaufenthalte gehören.

Die Gründe liegen gemäss dem Reiseexperten nahe. Koreanerinnen und Koreaner wollen wegen Serien bestimmte Seen oder Berge in der Schweiz sehen. Gleichzeitig sind Schweizerinnen und Schweizer daran interessiert, koreanische oder japanische Filmkulissen zu besuchen.

Fast immer mit Gastfamilie

Kein Wunder also, gehen die Buchungszahlen für Asien durch die Decke. Südkorea und Japan machen bei Linguista Sprachaufenthalte 80 Prozent aller Asien-Buchungen aus, ein markant zunehmende Interesse gibt es für Taiwan.

Den Buchungswilligen spielen dabei auch die aktuell vorteilhaften Wechselkurse in die Hände. Denn die Sprachschul-Preise blieben zuletzt stabil, sodass Sprachaufenthalte im Gegensatz zum Leben vor Ort tendenziell sogar günstiger wurden.

Sprachschule Japan Linguista
Die Sprachschulen in Japan, wie hier in Tokio, erfahren immer mehr Zuspruch von Schweizern. - zVg Linguista

Zudem auffallend für Asien: In kaum einer anderen Sprachregion sind die Buchungszahlen für Gastfamilien so hoch. Einer, der sich für ein Leben bei einer solchen entschieden hat, ist Simon Hauser (24). Er buchte eine Sprachreise nach Tokio mit Linguista Sprachaufenthalte.

«Ich setzte mich schon länger mit der japanischen Sprache auseinander. Da ich mir trotz aller Bemühungen kein wirkliches mündliches Sprachgefühl aneignen konnte, wollte ich unbedingt nach Tokio. Um dort in einer Gastfamilie zu leben und eine Sprachschule zu besuchen», sagt er.

Der oft erwähnte «Kulturschock» hielt sich bei ihm dank der Vorkenntnisse in Grenzen. «Tokio mit seinen zahlreichen Restaurants und endlosen Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten zu erkunden, war super spannend. Für mich ging ein grosser Traum in Erfüllung.»

Kleinere Städte immer gefragter

Weiterhin beliebt sind aber auch die «klassischen» Sprachen wie Englisch. Dort liegt gemäss Cesarano insbesondere Australien hoch im Kurs. Aber auch Kanada und vermehrt Südafrika gehören zu den angesagten Destinationen. Wer hingegen Spanisch lernen will, entscheidet sich oftmals für Costa Rica, Mexiko oder Argentinien.

Und was bringt 2025? Laut Cesarano bewegt sich der Trend hier hin zu kurzfristigen Buchungen. «Die Planungsphase für Sprachreisen hat abgenommen. Es kommt nicht selten vor, dass jemand einen Sprachaufenthalt von vier Wochen oder mehr erst eine Woche vor Abreise bucht.»

Sevilla Reisen Spanien
Statt Barcelona oder Madrid werden von Schweizer vermehrt auch Sprachreisen nach Sevilla gebucht. - Unsplash

Zu den Topzielen für 2025 gehören Destinationen wie Australien, England, Frankreich und Kanada. Doch: Die Nachfrage nach weniger bekannten Orten steigt. So geht es weg von den grossen Städten und hin zu kleineren Orte.

Dann heisst es plötzlich Wörter büffeln in Sevilla statt Madrid, Bristol statt London oder Catania statt Rom.

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